MORPHINIST – Terraforming (yellow/orange marbled vinyl) 12inch

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Sick Man Getting Sick Records /// SIM022
Release date: August 30, 2016
 
Silver foil embossing, 100 yellow / orange marbled vinyl /// 200 black vinyl
 
A1 | Terraforming I | 15:22
B1 | Terraformig II | 05:24
B2 | Terraforming III | 14:43

BANDCAMP
 
#germanblackmetal #atmosphericblackmetal #postblackmetal

Review – powermetal.de

Die kunstfertigen Kategorisierungen, die man sich wahrscheinlich mal wieder ausdenken wird, um den Sound des neuen MORPHINIST-Albums "Terraforming" zu beschreiben, kann man sich eigentlich sparen und direkt die plumpe Alternative wählen: Denn diese Platte ist schlicht und einfach richtig geil!

Bevor nun aber das Niveau weiter sinkt, geht es doch mal in die Analyse dieser Scheibe, die - kaum veröffentlicht - auch schon wieder einen Nachfolger besitzt, denn Mastermind Argwohn steht nicht still und füttert sein aktuelles Soloprojekt eigentlich ständig mit neuem Material. Umso ungewöhnlicher ist also, dass die Qualität darunter nicht leidet, denn immerhin ist "Terraforming" nur einer von drei vollständigen Releases, die MORPHINIST in diesem Jahr auf die Reise schickt.

Musikalisch wendet sich die Ein-Mann-Kapelle aus Hamburg gar nicht mal allzu weit vom klassischen melodischen Black Metal ab; die Songs unterscheiden sich lediglich vom Standard, weil sie mit sehr viel Liebe zum Detail, teils hypnotischen Fragmenten, aber auch psychdelisch anmutenden Post-Metal-Referenzen sehr schleppend aufgebaut werden und sich schließlich von Eruption zu Explosion immer weiter steigern. Der 15minütige Opener des dreiteiligen Titelsongs ist in dieser Beziehung schon der absolut Maßstab. Lange Zeit lässt MORPHINIST die Hörerschaft im Glauben, die apokalyptische Atmosphäre würde lediglich durch ein episches Instrumental beschrieben werden. Doch nach und nach verdichten sich die Aggressionen, bis schließlich eine sehr intensive Gesangsdarbietung das Finale einläutet, dessen prägnante Melodien man so schnell nicht wieder vergessen wird.

Wesentlich kompakter geht es im folgenden, zweiten Part zu, wenngleich die Intensität auch hier keine Federn lässt. Tolle Melodien, beeindruckende Arrangements und ein ebenso packendes Finale charakterisieren 'Terraforming II'.
Die endgültige Entgleisung der Brutalität findet indes im abschließenden Stück statt, in dem auch mehr Tempoverschiebungen und gezielte Black-Metal-Raserei geboten wird - und trotzdem wird das Kernthema des Albums nicht entfremdet, weil der strategische Aufbau des immerhin 14minütigen Schlussepos' dem der vorherigen Kompositionen ähnelt. Markant ist hier lediglich die lebendigere Gangart, die man zuvor zwar nicht vermisst hat, die aber zum Abschluss noch einmal deutliche Akzente setzt.

Und diese Akzente setzt MORPHINIST auf "Terraforming" beeindruckender denn je. Man mag zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht abschätzen, welche Sternstunden Alleinherrscher Argwohn noch inszenieren wird. Aber scheinbar ist Fleiß gleichzeitig auch das Druckmittel, das ihn zu kreativen Höchstleistungen antreibt. Und davon kann man erst einmal nicht genug bekommen!